Einträge
Eintrag 3257 (Spalte 138b)
Hann(us) Waynknecht hat vorsaczt alle sin aerbe unda gt Frenczil, H(e)nczil Thauros1 kint, vr nczen mark, wiss(e)ntlich zheppfin.
Sachanmerkungen
[1] Es ist auffällig, dass in einem deutschsprachigen Eintrag allein der Nachname eine lateinische (bzw. griechische) Form aufweist. Zudem ist es nicht unwahrscheinlich, dass der in Nr. 3256 erwähnte »Heyne Styir« derselbe wie der hier genannte »Henczil Thauros« ist. Es kann sein, dass sich der Schreiber einfach darin gefiel, sich in größtmöglicher Formenvielfalt auszudrücken. Es wäre aber auch möglich anzunehmen, dass die benutzten Notizen in Latein vorlagen und der Nachname nicht übersetzt wurde. Diese Beobachtung hat auch Gustav Hertel in den Hallischen Schöffenbüchern gemacht, vgl. Hertel (1892), S. XIV f., Jecht (1892a), S. 22 sieht in dem Namen den Ort Tauchritz (nördlich von Ostritz), allerdings ist eine Schreibweise ohne ›ch‹ andernorts nicht überliefert. Das Dorf Tauer (westlich von Niesky) lässt sich erst ab der Mitte des 15. Jh. nachweisen, vgl. HOV.